Textilgestalter/-innen im Handwerk haben den richtigen Riecher was das Zusammenspiel von Farben und Stoffen angeht. Während der Ausbildung kann sich auf einen der vielen unterschiedlichen Schwerpunkte spezialisiert werden, auf die im Abschnitt „Tätigkeiten und Einsatzbereiche“ eingegangen wird . Doch die Digitalisierung nimmt immer weiter Fahrt auf und hinterlässt sinnbildlich einen Scherbenhaufen. Wie stark ist dieses Berufsbild betroffen und welche Zukunftsalternativen gibt es? Wir haben uns zu diesem Thema ein wenig schlau gemacht:

Ausbildung und Anforderungen

Dieser Beruf erfordert eine dreijährige, anerkannte Ausbildung im Handwerk. Während dieser Zeit können die Auszubildenden zwischen 500€ und 700€ monatlich verdienen. Als Textilgestalter/-in im Handwerk sollten folgende Anforderungen erfüllt sein:

  • Geschicklichkeit
  • Auge-Hand-Koordination
  • Zeichnerisches Talent
  • Kreativität
  • Sinn für Ästhetik
  • Handwerkliches Geschick
  • Technisches Verständnis
  • Kundenfreundliches Verhalten (Kundenorientierung)
  • Sorgfalt

Tätigkeiten und Einsatzbereiche

Als Textilgestalter/-in im Handwerk kann sich auf 6 verschiedene Schwerpunkte konzentriert werden: Filzen, Klöppeln, Posamentieren, Sticken, Stricken und Weben.

Textilgestalter/-in im Handwerk – Filzen

Beim Filzen liegt das Hauptaugenmerk auf dem Filzprozess. Aus natürlichen, pflanzlichen und chemischen Fasern, aber auch aus Tierhaaren werden durch mechanisches Filzen oder mit Hilfe von Filznadeln textile Flächengebilde hergestellt. Außerdem prüfen Textilgestalter/-innen sowohl die Rohstoffe als auch die Endprodukte auf möglich Mängel oder Fehler. Nachdem der Prozess des Filzens beendet wurde, beraten sie die Kunden und gehen auf deren Wünsche ein.
Textilgestalter/-innen im Handwerk arbeiten häufig in Filzwerkstätten und Filzwerken oder bei Hutherstellern.

Textilgestalter/-in im Handwerk – Klöppeln

In dieser Fachrichtung werden Klöppelspitzen hergestellt. Durch verschiedene Techniken wie das Verdrehen und Verknüpfen  von Fasern entstehen Spitzenelemente. Bei der Gestaltung dieser orientieren sich Textilgestalter/-innen an den Wünschen der Kunden. Auch hier wird viel Wert auf eine gute Qualität gelegt.
Textilgestalter/-innen im Handwerk der Fachrichtung Klöppeln finden Beschäftigung in Betrieben der Klöppelspitzenherstellung oder unterstützen Betriebe bei der Herstellung von Accessoires.

Textilgestalter/in im Handwerk – Posamentieren

Die Hauptverantwortung von Textilgestaltern/-gestalterinnen im Handwerk der Fachrichtung Posamentieren besteht in der Herstellung und Gestaltung von Accessoires und Dekorationsgegenständen für Kleidung, Textilien und Möbel. Dabei verwenden sie die unterschiedlichsten Materialien wie Natur- oder Kunstfasern für die manuelle oder maschinelle Verarbeitung. Hierfür richten sie die jeweiligen Maschinen, zum Beispiel den Posamentierstuhl ein. Wie in den vorangegangenen Fachrichtungen ist die enge Zusammenarbeit mit dem Kunden und die regelmäßige Qualitätskontrolle von großer Bedeutung.
Textilgestalter/-innen im Handwerk der Fachrichtung Posamentieren arbeiten in der Posamentenherstellung, in Webereien und Stickereien oder unterstützen kunsthandwerkliche Betriebe.

Textilgestalter/-in im Handwerk – Sticken

Dieser Schwerpunkt beschäftigt sich mit dem Besticken von Kleidung und Textilien für den sakralen Verbrauch. Die Stickereien können sowohl manuell als auch maschinell gefertigt werden. Bei beiden Methoden ist eine hohe Sorgfalt notwendig. Die abschließende Kontrolle der fertigen Endprodukte hinsichtlich Mängel oder Fehlern spielt eine ausschlaggebende Rolle.
Textilgestalter/-innen im Handwerk der Fachrichtung Sticken arbeiten in Textil- und Bekleidungsunternehmen.

Textilgestalter/-in im Handwerk – Stricken

Textilgestalter/-innen im Handwerk – Stricken sind spezialisiert auf die Herstellung von Strickwaren und Kleidung aus Strickwaren. Sie nehmen Bestellungen von Kunden entgegen, beraten sie über mögliche Farbkombination und fertigen die Produkte nach deren Anforderungen an. Bevor die Materialien an den Kunden geliefert werden, erfolgt eine Qualitätskontrolle.
Arbeitnehmer dieser Fachrichtung finden Beschäftigung in Textil- und Bekleidungsunternehmen.

Textilgestalter/-in im Handwerk – Weben                                     

Die Hauptaufgabe von Textilgestalter/-innen im Handwerk der Spezialisierung Weben besteht darin, die verschiedensten Garnarten zu verarbeiten und textile Stoffe wie Kleidung oder Teppiche zu fertigen. Dafür bestücken sie Webstühle mit den jeweiligen Rohstoffen. Nachdem die Endprodukte hergestellt wurden, kontrollieren sie die Qualität und prüfen auf Mängel und Fehler.

Arbeitnehmer dieser Fachrichtung arbeiten meist in Werkstätten.

Was verdient ein/e Textilgestalter/-in im Handwerk?

Textilgestalter/-innen im Handwerk können aktuell jährlich rund 32.000€ brutto verdienen. Diese Summe kann jedoch variieren und, abhängig von Berufserfahrung oder Unternehmensgröße, höher oder geringer ausfallen.

Weiterbildungschancen

Nach Abschluss der Ausbildung muss die Karriere allerdings nicht weitestgehend besiegelt sein. So ist es möglich, ein Studium in Richtung Textildesign oder Textilbekleidungstechnologie im Anschluss zu absolvieren.

Beeinflusst die Digitalisierung dieses Berufsbild?

Modernste Technologien erobert die Welt. Viele Berufe sind aufgrund dieser Automatisierungswelle vom Aussterben bedroht. Die Automatisierbarkeit in diesem Berufsbild beträgt momentan 67% (Quelle: job-futuromat.iab.de). Diese Rate ist aktuell noch nicht sehr hoch. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass sich dies in den nächsten Jahren ändern wird. Klar ist, dass die Digitalisierung noch lange nicht an ihrem Höhepunkt angelangt ist.

Einige Bereiche sind allerdings besonders stark vom Umschwung von manueller zu maschineller Arbeit betroffen. Das heißt, dass früher oder später folgende Tätigkeiten von Maschinen übernommen werden können:

  • Textil- und Materialkunde
  • Textiltechnik
  • Textilwarennachbehandlung, Textilwarenaufmachung
  • Maschinen- und Anlageneinrichtung

Jobs mit Zukunft

Neben der unendlich lang erscheinenden Liste der bedrohten Berufe gibt es eine mindestens genau so lange Liste der Jobs mit Zukunft. Die Digitalisierung gibt vielen Bereichen die Chance, sich am Markt zu etablieren. Die Online Marketing-Branche hat in den letzten Jahren deutlich zu gelegt – und das nicht nur an Bekanntheit sondern auch an Nachfrage. Viele Unternehmen setzen zunehmen darauf, sich im Internet zu präsentieren. Heutzutage wird fast ausschließlich über das Internet recherchiert. Kaum jemand nutzt noch ein altmodisches Telefonbuch. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, sich mit guten Kampagnen von Masse an Anbietern abzuheben. Dies kann allerdings nur geschehen, wenn für diese Bereiche qualifiziertes und geschultes Personal akquiriert wird.

Unsere Kurse

Und hier kommen wir ins Spiel. Wir haben, in Kooperation mit der HSB Akademie Leipzig, einige Weiterbildungskurse entwickelt. Hierbei sind Sie als möglicher Teilnehmer jedoch nicht ortsgebunden. All unsere Kurse finden online statt. So haben Sie die Möglichkeit, Ihren Beruf weiterhin auszuüben und können sich nebenbei weiterbilden. Ein- bis zweimal wöchentlich finden Live-Vorlesungen statt. In diesen vermitteln unsere branchenerfahrenen Dozenten die praxisnahen Inhalte.
Mit Hilfe unserer modernen Lernplattform startIQ können Sie, neben der Teilnahme an den Vorlesungen, Kontakte zu anderen Teilnehmern knüpfen und sich somit ein gutes Netzwerk für die Zukunft aufbauen.
Sobald Sie Ihren Wunschkurs erfolgreich beendet haben, erhalten Sie ein anerkanntes IHK-Zertifikat.

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